Aufgabe unter Gefechtsbedingungen
Hauptaufgabe
Die Grundsätze und Aufgaben waren in der DV 050/0/005 "Raketen und waffentechnische Sicherstellung in der Operation und im Gefecht" festgelegt.
Diese bestanden in:
Unterstellungsverhältnis
Der RWD erfüllte seine Aufgaben unter Gefechtsbedingungen in den Dienstbereichen, denen
der RWD unterstellt war,
auf der Rückwärtigen Führungsstelle (RFS) der Armee
im Territorialen Miltärbezirk
Arbeitsmöglichkeiten
Als Arbeitsplatz für auf der RFS diente bis Anfang der 1980er Jahre ein Stabs-KOM LO1500 (Marschbandnummer S3-15).
Der darin vorhandene Platz zum Arbeiten und Leben war natürlich für 12 - 15 Offiziere sehr begrenzt. Deshalb fuhr
außerhalb der Struktur ein zusätzlich dafür umgebauter G-5 mit Koffer-
aufbau und Einachsanhänger (untergebracht in der AWL-13) mit.
Da dieses Problem nicht nur die Abteilung RWD betraf, wurde bereits 1976 in Folge einer Eingabe (Parteiinformation) eine Vorführung
der Arbeitsmöglich-
keiten in den Stabsbussen der RFS durchgeführt.
Abhilfe wurde erst mit der Einführung neuer Stabsfahrzeuge auf W-50 Basis geschaffen, die erstmals im Rahmen des
Manövers "Waffenbrüderschaft-80" auf der RFS für den Stab RD eingesetzt wurden.
Die Abteilung erhielt in der Folgezeit 2 derartige Stabsfahrzeuge,
1 Fahrzeug für den CRWD und die Arbeitsgruppe Raketentechnische
Sicherstellung, Stellplatz im Zentrum der RFS,
Marschbandnummer S3-21. (?)
1 Fahrzeug für die Arbeitsgruppe Sicherstellung mit Munition und
technische Sicherstellung, Stellplatz außerhalb des Zentrums der RFS,
Marschbandnummer S3-22.
Damit hatten sich die Arbeitsmöglichkeiten natürlich wesentlich verbessert und es konnte auf den G-5 verzichtet werden.
Besonders drastisch wurde es mit den Arbeitsmöglichkeiten in der Phase, als der GS der Armee in GS und WGS geteilt wurde. Beide waren ständig besetzt und
ermöglichten damit die ununterbrochene Führung der Armee. Das versuchte man natürlich auch mit der RFS, ohne zusätzliche
Stabstechnik natürlich. So war es ein "lustiges Bild" wenn z.B. der OO Munition unter einem Baum mit seinem Rechner saß und die
Sicherstellung der Armee mit Munition durchrechnete.
Eine bedingte Lösung wurde mit operativen Gruppen (mit Stabstechnik) auf dem jeweilig führenden Gefechtsstand der Armee
herbeigeführt. Dort konnten Offiziere der RFS arbeiten, wenn die RFS verlegte.
Ein weiteres Problem war
die Rechentechnik. Strukturmäßig gehörte auf jeden Gefechtsstand eine mobile Rechenstation BRS-81 auf ZIL-131 (betreut durch MAT), welche
zentrale Programme (für den RWD z.B. die Sicherstellung der Munition) rechnen sollte. Das erfolgte auch. Aber wegen anderen, vorrangiger durchzuführenden Aufgaben
nicht zum erforderlichen Zeitpunkt. Also blieb wieder nur die Rechenarbeit mit Tascherechnern und das war eine sehr müßige Angelegenheit.
Zumal in der Phase der Operationsplanung man immer verschiedene Varianten haben wollte.
Mit Einführung der Arbeitsplatzrechner 5120, die als Datenendpaltz (DEP) zur Rechenstation des Gefechtsstandes dienen sollten, war die
Lösung aber auch nicht geschaffen. Der zentrale Rechner war leistungsmäßig nicht in der Lage, alle Terminals
Dienste auf der RFS zu bedienen.
Daraufhin begannen Interessierte in den Abteilungen sich mit eigenen Programmen zu beschäftigen, die auf den Arbeitsplatzrechnern zur Abarbeitung
von Aufgaben eingesetzt werden konnten. Basis bildeten Programmiersprachen und Datenbanksystem wie Turbo-Pascal, Redabas (dBase),
usw. Es entstand natürlich dadurch ein Wildwuchs, aber die Arbeit konnte wesentlich effizienter gestaltet werden.
In der Abteilung RWD wurden Programme für die Feldführung geschaffen, zur
Sicherstellung mit Munition (Operationsplanung und Nachschubberechnung)
Berechnung der wahrscheinlichen Ausfälle
Damit konnten sehr rechenintensive Arbeiten über den 5120 (noch mit Bandlaufwerken) abgewickelt und immense
Zeit eingespart werden.
Im Ergebnis dieser Entwicklung, auch dass die Arbeitsplatzrechner der Abteilungen leistungsstärker als der Zentralrechner
wurden, funktionierte MAT die Rechenstell als reines Mailsystem um, an dem die Arbeitsplatz-
rechner angeschlossen waren. Damit waren die
Möglichkeiten zur elektronischen Kommunikation (Dokumententausch) zwischen den WG/D der Führungsstellen geschaffen.
Führungsstellen:
| Feldführung (A-Kommando) | Territoriale Führung (B-Kommando) | ||
| zu Trainingsmaßnahmen oder bei Übungen wurde die ausgebaute Führungsstelle der RFS "Kloster Nimbchen" bezogen | bei Übungen verblieb der TMB in der Regel im Objekt Viertelsweg | ||
| bei Übungen wurden meist unvorbereitete Räume bezogen | in Ausnahmefällen wurde die gedeckte Führungsstelle bei Söllichau bezogen (heute bekannt als Bunker Kossa) | ||
| als einmalige Ausnahme wurde im Rahmen eines Trainings die gedeckte Führungsstelle
der RFS in Mosel bei Zwickau bezogen besonders interssant war dabei, dass ein BRD-Fahrzeug in die Marschkolonne gekommen war und erst unmittelbar vor der Einfahrt in die geheime Anlage entfernt wurde. Heute soll entsprechend eines Eintrages in www.hidden-places.net die gesamte Anlage von VW bzw. FEM genutzt werden. |
Die RFS verlegte in mehreren Marschkolonnen (S0 bis S4). Die Stabsbusse gehörten zur Kolonne S3, deren Stellplatz über lange Zeit
die Wilhelm-Florin-Straße in Richtung Coppi-Platz bildete. Dort wurden die Fahrzeuge durch Verantwaortliche der Abteilungen
besetzt. Später verlegten die Kolonnen direkt aus dem Objekt des WSB-3, der Schumannkaserne sowie der Kaserne Viertelsweg, in Verantwortung des WSB.
Zur Marschkolonne gehörten ebenfalls die Nachrichtenkompanie RFS und die Wach- und Sicherstellungskräfte des WSB.